Unzählige Besucher beim Künstleraktionstag im Thälmannpark

Neuer Plan: SPD- Fraktion will Kulturamt Pankow arbeitsunfähig sparen

Am Samstag folgten bei strahlendem Wetter unzählige Besucher der Einladung des Aktionsbündnisses Berliner Künstler zum Künstleraktionstag auf dem Kulturareal am Thälmannpark. Die WABE, wo bis weit nach Mitternacht Schauspieler, Sänger, Bands und Tänzer das Publikum fesselten, platzte aus allen Nähten. Hunderte Zuschauer brachten mit ihrer Unterschrift für das Aktionsbündnis Berliner Künstler zum Ausdruck, dass sie gegen weiteren Kulturabbau in Pankow und für den Erhalt des letzten großen kommunalen Kulturareals in Pankow kämpfen werden. Auf der Bühne standen unter anderem Axel Prahl, Ret Marut mit Maria Simon und Bernd Michael Lade, die IG Blech, der Chor der abgewickelten Erich-Fried-Schule, Käthe Reichel, MuSix, die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, junge Nachwuchsbands wie Dario, Kolumbus Kill, Daniel Hilpert und Band und viele andere.

Zu den Fotos vom Künstleraktionstag bitte nach unten scrollen!

Auftakt des Künstleraktionstages war eine kulturpolitische Debatte unter der souveränen Moderation von Petra Schwarz, die von zahlreichen interessierten Zuschauern verfolgt wurde. Auf dem Podium saßen der Bundestagsdirektkandidat der Linken Stefan Liebich, die kultur- und medienpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Abgeordnetenhaus Alice Ströver, Vertreter von FDP und CDU, Kulturstadtrat Michail Nelken (Linke), die Liedermacherin Bettina Wegner, die Schauspielerin Walfriede Schmitt und weitere Künstlerinnen und Künstler. Im Vorfeld bemühte sich das Aktionsbündnis wochenlang um die Teilnahme von SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Thierse. Der studierte Kulturwissenschaftler wich der Diskussion um den wichtigsten Kulturstandort in seinem Wahlkreis jedoch aus und zog es vor, zur gleichen Zeit bunte Flyer vor dem Rathauscenter zu verteilen. Auch der Bundestagsdirektkandidat Björn Böhning und Brigitte Lange, kulturpolitische Sprecherin der SPD im Abgeordnetenhaus, sagten ab. In letzter Minute erklärte sich Max E. Neumann, Vorsitzender des sozialdemokratischen Kulturforums Nordost, bereit, die Positionen seiner Partei zu vertreten.
Es war Konsens in der Runde, dass der Erhalt kommunaler Kultureinrichtungen in Berlin zur Grundversorgung der Bevölkerung gehört, wie es die Berliner Landesverfassung vorschreibt. Das ist die Theorie, was aber geschieht in der Praxis? Kulturstadtrat Nelken und die anwesenden Künstler waren sich einig, dass die Kultur in Pankow und vielen anderen Bezirken gegenwärtig systematisch kaputt gespart wird und die Schmerzgrenze längst überschritten wurde. 
Max E. Neumann, der sich auf der Webseite des Kulturforums Nordost selbst auch zum Erhalt kommunaler Kultur bekennt, kam in Erklärungsnot, weil die SPD-Fraktion in der BVV Pankow auf sehr subtile Weise versucht, die stadtbekannten Kultureinrichtungen im Thälmannpark zu verdrängen und damit das letzte Tafelsilber an kommunaler Kultur zu verscherbeln. Hinzu kommt, dass die durch den SPD-Willen obdachlos werdenden Kulturinitiativen vom Eliashof geschlossen in das Kulturareal am Thälmannpark umziehen sollen. Bei dieser Gelegenheit stellt die SPD gleich das Konzept des ganzen Kulturareals (Wabe, Theater unterm Dach, Kunsthaus, Galerie parterre) in Frage. Dieses Konzept beinhaltet, kommunale Freiräume und deren Infrastruktur für verschiedenste Künstler und ihre Arbeit anzubieten. Nachdem die Sozialdemokraten mit dieser Politik schon Künstler gegen Künstler aufgebracht haben, gehen sie nun einen Schritt weiter: Sie bringen am Mittwoch eine Vorlage in die Bezirksverordnetenversammlung ein, die einer Erpressung gleicht. Kulturstadtrat Nelken soll mehrere leitende Personalstellen des Kulturamtes abbauen- dazu gehören die Leiterinnen von Kulturamt, WABE, Theater unterm Dach und Galerie parterre. Dafür dürfte er 561.000 € mehr, als bisher der Haushaltsentwurf von 2010 vorsieht, für den Kultur- und Bildungsbereich einsetzen. Wenn dieses Szenario im personell minimal besetzten Kulturamt Pankow (derzeit insgesamt 10 Stellen für 7 Kultureinrichtungen) umgesetzt würde, dann gäbe es zwar 2010 Fördergelder für die freien Künstler, aber ihre fachliche Interessenvertretung wäre für immer weggespart!
Insgesamt sollte Nelken Einssparungen von 1,25 Mio. Euro im Kulturhaushalt 2010/11 erbringen. Damit würde die Kultur bei einem Anteil am Pankower Haushalt von 2% rund 1/3 des gesamten Bezirkshaushaltsdefizits tragen müssen! Weil Kulturstadtrat Nelken nicht bereit war, diesen kulturellen Kahlschlag mit zu tragen, gab es ein Misstrauensvotum gegen ihn, das jedoch scheiterte. Das Aktionsbündnis Berliner Künstler hofft, dass die SPD am 23.09. mit ihrer absurden Kulturpolitik nicht nur allein da steht und keine Mehrheit findet, sondern sich eines Besseren besinnt.

Wir rufen alle kulturinteressierten Bürger auf, am Mittwoch um 17.30 Uhr in den BVV- Saal Fröbelstr. 17 zu kommen und die Debatte zu verfolgen!

Wir bitten alle Pankower, bei der Abgabe ihrer Stimme zur Bundestagswahl am 27.09. zu bedenken, welche Kandidaten unseren Wahlbezirk würdig vertreten und welche nicht! Wir bekommen die Regierung, die wir verdienen!

 

Bilder vom Künstleraktionstag

Auftakt mit Streetdance

 

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Rakatak

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Kulturdebatte in der Jugendtheateretage

Bettina Wegner, Dr. Michail Nelken, Petra Schwarz

Dr. Michail Nelken, Petra Schwarz, Alice Ströver, Max E. Neumann

Cornelius Bechtler

Wolfgang Leber, Malah Helman, Martin R. Ollertz

 

Max E. Neumann, Stefan Liebich, Walfriede Schmitt, Claudia Steinke,
Anneliese Schäfer-Junker (verdeckt), Prof. Susanne Binas-Preisendörfer

 

Claudia Steinke, Prof. Susanne Binas-Preisendörfer, Walfriede Schmitt

 

 

Max E. Neumann, Stefan Liebich

 

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IG Blech

 

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MuSix

 

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Chor der abgewickelten Erich-Fried-Schule

 

Chorleiter Andreas Bunckenburg, Moderatorin Walfriede Schmitt

 

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Bettina Wegner

 

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Käthe Reichel

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Theatersport mit Ramona Krönke und Tom Jahn

 

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Jürgen Walter

 

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Nadja Engel und Axel Werner lesen Heiner Müller

 

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Maria Belova, Alexander Gallant "Der Narr"

 

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Axel Prahl

 

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Ret Marut: Bernd Michael Lade

Ret Marut: Maria Simon

 

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Daniel Hilpert und Band

Daniel Hilpert

 

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Unterschriften für das Aktionsbündnis

Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot

 

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Petra Kelling

 

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Dario

 

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Kolumbus Kill

 

 

Wenn auch Sie sich mit Ihrer Unterschrift dem Protest anschließen möchten,
senden Sie Ihren Namen, Mailadresse und Beruf an
: kuenstlerprotest@aol.com
Sie werden dann umgehend auf die Liste gesetzt.